Frische Ware, gute Atmosphäre, und umfangreicher Service - Metzgerei Stern
"Das Gselchte das du mir letzttes mal gegeben hast war ganz gut", lobt die Kundin, die ihre Mutter mit zum Einkauf gebracht hat Mittwoch Nachmittag, beim Besuch der Reporterin gibt sich die Kundschaft in der Metzgerei Stern in Sallach eine halbe Stunde fast die Klinke in die Hand. "Der möcht schnell a Wurstsemmel", weiss Ottmar Stern, als ein Mann im blauen Arbeitsanzug sich eine kleine Brotzeit holt. Hier kennt man sich, die Atmosphäre ist familiär - und es wird viel gelacht. Ob "Mitternachtssalami" wie Irene Stern die Schwarzwurst mit Speck in Ringform nennt, oder eine "Chili-Peitsche" - man amüsiert sich, ein kleiner Ratsch geht immer - Einkaufen kann auch Spaß machen.
Metzgermeister Ottmar Stern hat mit seiner Frau Irene den Betrieb 1990 von seinem Vater Otto, Jahrgang 1922, übernommen. Dass er Metzger lernt, sei auch Wunsch der Eltern gewesen, räumt der Vater eines Sohnes ein. Eine Metzgerei - früher hieß es Pummer - ist seit 1927/29 am Ort, vergewissern sich die Geschäftsleute bei Otto Stern sen. 1957 haben Ottmar Sterns Eltern das Geschäft gekauft. 1985 Hat Ottmar Stern seinen Meister gemacht.
"Sehr viel Bratwürstl, Wiener, Weißwürste oder Pfälzer sind gefragt", zählt der Metzgermeister auf. Aber auch Pasteten, Geflügel, Lammfleisch, Pute. Bis 1994 hat Stern noch selbst geschlachtet, dies dann aber, auch aus gesundheitlichen Gründen, aufgegeben. Das Schweinerne kommt aus dem Bayerischen Wald, sein Rindfleisch bezieht er aus Altdorf bei Landshut.

Wichtig ist ihm die Qualität, "dass die Ware frisch ist und gut schmeckt", sagt Stern. Und seine Frau ergänzt, dass die Kundschaft schätzt, dass die Wurst nicht vorgeschnitten hinter der Glastheke liegt, sondern lieber wartet, bis sie frisch aufgeschnitten wird. An die 50 - 80 Wurstsorten meint Irene Stern, sind hinter der Glastheke zu sehen; außerdem gibt es eine Käse-Ecke mit wechselnden Sorten. Neben Emmentaler und Gouda sind auch exklusive Geschmacksrichtungen vorhanden. Hit ist der Bergkäse, sagt die Chefin, die eine "Quereinsteigerin" ist. Längst ist sie ausgebildete Metzgereiverkäuferin, aber eigentlich hat sie Zahnarzthelferin gelernt.
"Unser Leberkäs ist beliebt", sagen die Geschäftsleute stolz. In punkto Grillen sind die Cevapcici vom Chef besonders gefragt. Die haben eine "ganz spezielle Gewürzzusammenstellung", verrät Ottmar Stern. Während der Grillsaison haben die Sterns festgestellt, dass der Trend zum "ganz mageren Lendensteak" geht. Überhaupt, wie seit 2005 als die Aktion "Leichter in Deutschland" lief, sich die Leute bewusster für magere Sachen entschieden.

Hier läuft einem das Wasser im Munde zusammen: für die schnelle Küche gibt es manchmal fertiges Gulasch, oder eingelegten Sauerbraten, oder die "sehr zarten und mageren Souvlaki-Spieße", wie sie Irene Stern besonders schätzt. Das Angebot ergänzen Feinkostschälchen mit Antipasti, Nudelsalat, Krautsalat.
"Schon immer", sagt Irene Stern, hat sie eine gestreifte Schürze im Laden getragen, ein rotes Polo-Shirt mit aufgesticktem "Stern"-Namenszug ergänzt das Outfit.
In dem kleinen Laden gibt es mehr als "nur" Fleisch und Wurst: Auf Wusch stellt Irene Stern auch Geschenkkörbe mit Wein, Prosecco, Öl und Essig zusammen; inzwischen sind aber Gutscheine - in der Regel ab 30,- € aufwärts - beliebter als die Körbe.
Seitdem der Lebensmittelladen gegenüber zugemacht hat, gibt es in der Metzgerei auch Brot und Semmeln oder auch Feingebäck von der Bäckerei Pritscher; auch ein "Tante-Emma-Laden"-Sortiment, wie Nudeln, etc.
Als weiteren Service bieten die Sterns Plattenservice mit belegten Brötchen; hier inspiriert sich Frau Stern in Fachzeitschriften; angesagt, sagt sie, ist momentan Fingerfood, wie Brotwürstchen, kleine Schnitzel und Lauchecken.
Spanferkel gefällig? Bei privaten Festivitäten kommt das Ehepaar Stern auch ins Haus und bringt Besteck und Teller mit - "bis zu 40 Personen zu verköstigen ist für uns kein Problem", heißt es - Servierservice inbegriffen.